Das Werbeplakat, das dich sieht
Erstellt am: 03. Dezember 2008Man könnte es für eine Fiktion des nächsten Jahrhunderts halten, doch stattdessen wird es vielleicht schon bald Realität: Das Werbeplakat, das “den Betrachter anschaut”. Wenn die Produkte einer amerikanischen Softwarefirma tatsächlich zum Einsatz kommen, beäugt nicht länger nur der interessierte Kunde eine Reklametafel, sondern dann blickt diese auf ihn zurück. Mit Hilfe integrierter Webcams und sog. Set Top-Boxen soll die Möglichkeit bestehen, herauszufinden, wer welche Plakatwand wie lange anschaut. Für die Werbeindustrie würden solche Informationen über die Konsumenten ein enormes Zusatzwissen bedeuten, welches bei zukünftigen Marketingkampagnen verwertet und eingesetzt werden kann. Noch funktioniert die Technik allerdings nicht uneingeschränkt; so ist z.B. die Alters- und Geschlechtserkennung derzeit nur zu ca. 85% korrekt. Genaue spezifische Angaben sind aber unerlässlich, um personalisierte bzw. individualisierte Werbung - wie in etwa das Umswitchen einer Rasierklingen- auf eine Damenkosmetikwerbung, wenn statt eines Mannes eine Frau vor dem Werbeplakat steht - zu realisieren. Auch wenn das Programm aktuell noch nicht vollständig ausgereift ist, zeigen Konzerne und Firmen bereits großes Interesse an dem Produkt. Verständlich: Durch die Interaktivität der “zurückblickenden” Plakate, die den Anwesenden analysieren können, kann die Werbung an die richtige Person gebracht werden. Durchaus auch für den Betrachter sinnvoll! Dennoch wird es aus rechtlicher Sicht unumgänglich sein, die jeweilige Bestückung der Plakate mit Cams für den Betrachter öffentlich zu deklarieren.