Werbung mit “Mehrwert”
Erstellt am: 02. Dezember 2008
Oder anders: Werbung, die garantiert keiner wegwerfen würde. Denn die Idee eines Stuttgarter Dozenten, die von seinen Studenten in die Tat umgesetzt wurde, ist zwar simpel, aber nicht erlaubt und derzeit wohl höchstens als sehr ferne Zukunftsvision anzusehen: Geld als Werbeträger einzusetzen bzw. Banknoten mit Firmenlogos und -slogans versehen in Umlauf zu bringen. Großen Konzernen und Firmen wäre es danach gestattet, Werbeflächen auf einzelnen Geldscheinen zu kaufen und der Staatskasse Milliarden Euro an Werbeeinahmen zu verschaffen. Was die Studenten dabei an originellen Kreationen vorstellen, ist in jedem Fall einen Blick wert: So erscheint beispielsweise die Werbung für “Persil” auf einem teilweise weißen - Synonym für “sauberen” - Geldschein und der Blumenversandhändler Fleurop darf mit dem Spruch “Tauschen Sie echtes Geld gegen Blüten” Marketing betreiben. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, was zahlreiche weitere, mit Werbung ausstaffierte Scheine zeigen (Fotostrecke). Auch wenn der Kursleiter das Projekt von Anfang an nur als abstrakte Übung verstanden wissen wollte, die als Ein-Tages-Veranstaltung angelegt war, erzeugten die Entwürfe gerade im Hinblick auf die aktuellen finanzpolitischen Geschehnisse einen gewissen Medienrummel. Dabei sei die Aktion keinesfalls als Provokation, sondern einfach als reiner Gag zu verstehen, so der Initiator. Doch wie meist in diesen Fällen führte ein zur richtigen Zeit platziertes Thema zu dem, was sich Werbeprofis und -agenturen immer wieder von Neuem als oberstes Ziel setzen: Aufmerksamkeit und Interesse.