Das Gautschen
Erstellt am: 09. Juli 2008
Gautschen? Nie gehört. So wird es wohl vielen gehen, die diesen Begriff hören. Das sog. Gautschen ist ein alter, bis in das 16. Jahrhundert zurückreichender Brauch der Buchdrucker, bei der ein Lehrling nach bestandener Abschlussprüfung im Rahmen einer Freisprechungszeremonie auf einen nassen Schwamm gesetzt und in einem Waschzuber untergetaucht wird. Sinn der symbolischen Maßnahme: Das Abwaschen der schlechten Angewohnheiten aus der Lehrlingszeit. Beteiligte am Gautschakt sind neben dem Gäutschling (auch Kornut genannt) der Gautschmeister, zwei oder drei Packer sowie der Schwammhalter. Des weiteren sind eine unterschiedliche Anzahl von Zeugen zugegen. Das “Gautschfest” beginnt mit dem Ruf des Gautschmeisters “Packt an!”, worauf der Kornut gepackt (je nach Gegenwehr kann dies etwas länger dauern…) und zunächst auf einen mit Wasser getränkten Schwamm gesetzt wird. Währenddessen hält der Schwammhalter eine zumeist launige Ansprache. Im Anschluss wird ein zweites Mal zugegriffen, der Jünger erneut gepackt und in eine mit (möglichst kaltem) Wasser gefüllte Wanne oder anderes Behältnis geworfen. Anschließend können weitere Eimer mit Wasser über ihn ergossen werden, bevor der Lehrling ein “echter Jünger Gutenbergs” wird. Eine Sitte, die nichts von ihrem Reiz eingebüßt hat und die jedem Auszubildenden im Druckgewerbe zuteil werden sollte. Denn wie heißt es schon so schön in einem alten Gautschbrief - den übrigens jeder Gäutschling erhält - von 1900: “Den alten Kunstgebrauch zu ehren, Thät er sich weder sträuben noch wehren. Erhielt die üblichen drei Stöße auf den Arsch. Und zappelte dabei wie ein Barsch. Darauf bezahlte er blank und bar das altbekannte Gautschhonorar.”

Nicht nur für “Gäutschlinge” geeignet: Exklusive Fadenzähler, die im Buchdruck unersetzlich und auch als Werbegeschenk für jedermann gut einsetzbar sind.