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Klinsmania in München

Erstellt am: 14. Januar 2008

3407463.jpgDamit hätten wohl die wenigsten gerechnet: Jürgen Klinsmann ist zurück und zwar nicht irgendwo - nein, der Ex-Teamchef der deutschen Nationalmannschaft, hat einen 2-Jahres-Vertrag beim deutschen Rekordmeister FC Bayern München unterschrieben. Da war doch was…? Ja! Klinsmann spielte von 1995 bis 1997 bei den Bayern und trotz des Gewinns der Deutschen Meisterschaft und des UEFA-Pokals sowie zahlreicher Tore des Goalgetters galt das Verhältnis zwischen beiden Seiten immer als (leicht) angespannt. Unvergessen dabei: Der Tritt Klinsmanns gegen eine Werbetonne, nachdem er vom damaligen Trainer Trapattoni gegen einen Amateurspieler ausgewechselt wurde. Auf den ersten Blick umso erstaunlicher, dass jetzt in sehr schneller Zeit Nägel mit Köpfen gemacht wurden und der ehemalige Topstürmer als Nachfolger des scheidenden Ottmar Hitzfeld verpflichtet werden konnte. Doch für Insider des Geschäfts kam das Ganze dann vielleicht doch nicht so überraschend: Immerhin wird Klinsmann ein sehr gutes Verhältnis zum Präsidenten Franz Beckenbauer nachgesagt und auch während der WM 2006 besaß der 43-Jährige, nachdem im Vorfeld noch Kritik an seinem Wohnort Newport Beach in Kalifornien laut wurde, die volle Rückendeckung von allen Bayern-Verantwortlichen, insbesondere dem Manager Uli Hoeneß.
So brachte es die renommierte italienische Fachzeitung “La Gazzetta dello Sport” auf den Punkt: “Klinsmann ist wieder ein Freund der Bayern. Sogar Frau Merkel freut sich. Zehn Jahre haben gereicht, um alte Wunden zu heilen. Klinsmann spricht perfekt Italienisch, Englisch, Französisch und Spanisch. So kann er sich jedem in dieser internationalen Truppe verständlich machen. Aber Bayern ist die schwierigste Mannschaft der Bundesliga. Jede Niederlage führt sofort ins Chaos.”
Letzteres dürfte das größte Problem sein, wird Klinsmann von jeher ein problematisches Verhältnis zur Boulevardpresse, namentlich der BILD-Zeitung, nachgesagt. Sollte der Erfolg ausbleiben, könnte ihm schnell ein Spießrutenlauf bevorstehen. Doch das ist Zukunftsmusik. Vorerst bleibt einfach zu hoffen, dass dem Noch-Trainer Ottmar Hitzfeld ein gebührender Abschied zuteil wird. Das hat der sympathische Erfolgscoach und “Gentleman“ des Trainergeschäfts mehr als verdient.

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