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“Eine einzige Tablette”- der Film Contergan-Skandal

Erstellt am: 24. September 2007

Der im Contergan vorkommende Wirkstoff Thalidomid sorgte für den größten und bekanntesten Arzneimittelskandal der Bundesrepublik Deutschland. Es sollte gegen die in der frühen Schwangerschaft auftretende Morgenübelkeit und bei Schlafproblemen während der Schwangerschaft helfen. Insgesamt starben bis zu 4000 Menschen durch das Heilmittel, 3000 wurden schwer geschädigt. Zu den Schäden gehörten Fehlbildungen von hauptsächlich Armen aber auch Beinen, Gehör- und Sichtfehler sowie Organschäden. Contergan wurde vom 1. Oktober 1957 bis zum 27. November 1961 verkauft. “Ich denke darüber nach, wie, gegenüber wem, wann, mit welchen Konsequenzen und auf welche Weise eine Entschuldigung möglich ist”, so der Geschäftsführende Gesellschafter von Grünenthal Sebastian Wirtz. Das Medikament war unter der Leitung von Heinrich Mückter in der Forschungsabteilung der Stolberger Firma Grünenthal entwickelt worden. Der Film “Eine einzige Tablette” des WDR über den Contergan-Skandal wurde am 28. Juli vom Hamburger Landgericht gestoppt.
Grünenthal und sein Rechtsanwalt hatten gegen den WDR und die Kölner Produktionsfirma Zeitsprung geklagt. Bereits am 5. September hatte das Bundesverfassungsgericht das “juristische Tauziehen” um den Film “Eine einzige Tablette” vorerst beendet, indem beschlossen wurde, dass der Film ab November ausgestrahlt werden darf. Am 5. September 2007 wiesen die Karlsruher Richter die Klagen des Contergan-Herstellers Grünenthal gegen die Ausstrahlung ab. bg